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Zur Wohnsituation von Frauen in der Deutschschweiz (1996)

 


Buchcover

 

Frauen sind die wohnende Mehrheit: Sie gründen ihren eigenen Haushalt früher als junge Männer und überleben ihre Partner oft um ein gutes Jahrzehnt. Ob berufstätig oder nicht, sie verbringen im Wohnbereich sehr viel Zeit. Werden aber Quartiere geplant, Wohnungen gebaut, Regeln für das Zusammenleben festgelegt, bleiben Fachmänner mit ihren einfachen Bildern über "die Hausfrau" und ihre vermeintlichen Bedürfnisse unter sich. Die reichen Erfahrungen und Sichtweisen von Frauen werden ausgeblendet.

Im Rahmen dieses ETH Forschungsprojektes wurden 32 Frauen in unterschiedlichen Wohnsituationen und Lebensphasen ausgewählt und über ihre Wohn- und Lebensbiographie, sowie den Stellenwert des Wohnens in verschiedenen Lebensphasen befragt. Frauen aus drei Generationen erzählen ihre Wohn- und Lebensgeschichten - von der Grossmutter im ländlichen Einfamilienhaus über die alleinerziehende Mutter in der Vorortsgemeinde bis zur freischaffenden "Single" in der Stadt. Sie beschreiben ihre Wohnsituation, benennen Qualitäten und Mängel, begründen Wohnungswechsel. Fotos und Grundrisse illustrieren ihre Aussagen. Die Studie liefert nicht nur Material für den Entwurfsunterricht und die Vorlesungsreihe "Wohnen", sondern auch Anregungen für die Wohnwirtschaft und erlaubt den Schluss, dass frauengerechtes Planen, Bauen, Verwalten und Erneuern auch männer- und kindergerechtes Wohnen bedeuten kann.

Literatur

Margrit Hugentobler, Susanne Gysi (2001)
So fremd wie gewohnt. Wohnen aus Frauensicht
In: Zeitschrift für interkulturelle Frauenalltagsforschung. 1/2001, S. 41-60.

Margrit Hugentobler, Susanne Gysi (1996)
Sonnenhalb – Schattenhalb. Wohngeschichten und Wohnsituationen von Frauen in der Schweiz, Zürich: Limmat Verlag, 240 S.

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