Seminare

SERIENTÄTER

Gesellschaft in Serie: Schweizer Systembauten zwischen Sozialutopie und Nutzungsdruck

Das Forschungsseminar analysiert anhand verschiedenster empirischer Materialien Beispiele Schweizer Systembauten der 1940er bis -70er Jahre. Das Interesse gilt den Wechselwirkungen von baulichen, sozialen und kulturellen Strukturen: Wie bestimmen die gesellschaftliche Verhältnisse der Nachkriegsmoderne das Bauen und wie wirkt die gebaute Umwelt in die Gesellschaft zurück? Das Seminar ist für Studierende vom D-ARCH sowie vom GESS zugänglich.

Die Veranstaltung ist als ein Blockseminar angelegt (das Seminar findet nicht wöchentlich statt sondern in vier Unterrichtsblöcken à acht Stunden). Zwischen den einzelnen Sitzungen ist in Arbeitsgruppen selbstständig Recherche- und Analysearbeit durch die Studierenden zu leisten. Besondere soziologische Fachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Der Systembau* erlangte in der Architekturwelt des 20sten Jahrhunderts eine besonders hohe Popularität und wirkt nicht zuletzt durch die an ihm erprobten Rationalisierungs- und Entwurfsprinzipien bis in die heutige Arbeit von ArchitektInnen fort.

Seine gegenwärtige Relevanz begründet sich neben der hohen Anzahl und räumlichen Verbreitung seriell produzierter Bauten im heutigen Baubestand auch in seiner architektur- und sozialgeschichtlichen Bedeutung.

Im Forschungsseminar beschäftigen wir uns mit der bauzeitlichen Sicht auf den Systembau. Die in Arbeitsgruppen organisierten Untersuchungen widmen sich Entwürfen und Plänen, Visualisierungen, begleitenden Schriften und Dokumentationen.

Auf der Grundlage des erarbeiteten, breit angelegten empirischen Materialkorpus sollen zentrale Fragestellungen untersucht werden, die den Zusammenhang von baulichen und sozialen/kulturellen Strukturen beleuchten:
- Welche gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmen das Bauen und in welcher Weise ist Architektur vergesellschaftend wirksam?
- Welche textlich und visuell formulierten Deutungsangebote lassen sich anhand der Materialien für die modularisierte, industriell-technisch normierte (System-)Bauweise herausarbeiten?
- Welches Gesellschafts- oder Menschenbild dokumentiert sich im Systembau und welche Gesellschaftsentwürfe werden hierüber forciert?
- Wie verhält sich der in der Nachkriegszeit einsetzende gesellschaftlich breitenwirksame Individualisierungsschub zu den Normierungstendenzen des Systembaus?

 * Beispiele des Schweizer Systembaus sind die Betriebsanlagen von USM in Münsingen / System USM-MAXI von Fritz Haller oder die Siedlung Sunnebüel in Volketswil / System der Göhner AG

Kursdaten

Block I              21.09.18 / 15-19h sowie 22.09.18 / 11-17h
Block II            12.10.18 / 15-19h sowie 13.10.18 / 11-17h
Block III           16.11.18 / 15-19h sowie 17.11.18 / 11-17h
Block IV           07.12.18 / 15-19h sowie 08.12.18 / 11-17h

Poster

Vorlesungsverzeichnis

Die Lehrveranstaltung ist Teil der Forschungsarbeiten im Rahmen der Arbeitsgruppe "System & Serie" der ICOMOS Suisse (http://www.icomos.ch/workinggroup/system-serie/).